Afterparty | 2025
1-Channel Videoinstallation
Video HD, Sound, 10'11'', Loop
Konzept, Kamera, Licht, Schnitt: Patrick Steffen
Musik: Daniel Steffen
Rotationsmaschine: Martin Rau
Sound Mastering: Joël Banz
Color Grading: tweaklab, Patrick Steffen
"Der Film afterparty versammelt tote Insekten, die ich während 6 Jahren in meinem Atelier in einer ehemaligen Garnfabrik gefunden habe: verschiedene Nachtfalter, Wanzen, Wespen- oder Käferarten. In farbiges Licht getaucht, werden die Tiere rotierend animiert, tanzen zu pulsierender Musik.
Insekten gelten als die artenreichste Klasse der Tiere überhaupt. Neue Forschungen an Bienen scheinen zu belegen, dass diese über eine wie immer geartete Persönlichkeit verfügen. Der Film stellt verschiedene Fragen rund um die Beziehung von Mensch und Tier. Er provoziert einen antropomorphisierenden Blick auf Wesen, deren Verhalten wir Menschen zwar beobachten und um deren Rolle im Ökosystem wir wissen, mit denen wir aber kaum in Verbindung treten können und deren Existenzform uns nach wie vor fremd erscheint.
Ich wollte einen fiktiven filmischen Raum kreieren, in dem sich die toten Wesen ein letztes Mal versammeln. Am glaubhaftesten erschien mir ein Club. Eine Maschine musste konstruiert werden, um die Tiere in einem Miniaturstudio rotieren zu lassen. Die Musik sollte eine wütende Energie ausstrahlen, gespickt mit elekronischen Geräuschen, wie sie von einem Insekten-DJ stammen könnten. „Afterparty“ mag an Horrorfilme erinnern, ökologische Themen klingen an. Was es genau zu feiern gibt, bleibt offen. Nicht zuletzt feiert der Film die Pracht des Vergänglichen.
(Patrick Steffen im Ausstellungstext Boten & Stoffe, Villa Renata Basel)
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ZZNNNNZZ | 2025
Video HD, 3-Kanal Videoprojektion, Loop 23'10''
ZZNNNNZZ ist eine Komposition im Raum, Musik ohne Sound. Der lautmalerische Titel verweist auf rhythmische Patterns, repetitive Vorgänge und als Wortbild auf die acht drei- gliedrigen Beine der Spinne. Spinnen leben seit Jahrtausenden in den Architekturen der Menschen. Nicht selten bevölkern sie auch mentale Räume. Es sind Tiere mit erstaunlichen Fähigkeiten, Symbole für allerhand Unheil, Trigger irrationaler Ängste.
Einziger «Protagonist» der Videoprojektionen ist ein rotierendes Spinnenbein, vervielfältigt und räumlich versetzt, so dass wellenförmige Bewegungen entstehen, die sich durch den gesamten Raum fortpflanzen. Gespiegelt im grossen Fenster, scheinen geisterhafte Wesen im Aussenraum eine Art Totentanz aufzuführen. ZZNNNNZZ lebt vom Kippmoment zwischen Zwei- und Dreidimensionalität, zwischen Abstraktion und Erkennen, zwischen Schönheit und Abstossung und entfaltet dabei eine hypnotische Wirkung.
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Fade | 2021
Video HD, 47', 1-Kanal-Projektion, 2021
Musik: Fritz Hauser
Eine filmische Reise vom Tag in die Nacht. Im Schritttempo gleitet der Blick durch eine Landschft des Schweizer Mittellands. Unmerklich setzt die Dämmerung ein. Eine 47-minütige Kamerafahrt ohne Schnitt und nachträgliche Bearbeitung.
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Nocturne | 2018
6-Kanal-Videoinstallation mit Sound
Projektdokumentation.pdf
Nocturne_Trailer
Ausschnitt Originaldatei
Nach Anbruch der Dunkelheit erobern Insekten den Ausstellungsraum, in wandfüllender Vergrösserung inszeniert als theatralisch beleuchtete Fabelwesen. Die toten Tiere, gesammelt in Nischen einer ehemaligen Garnfabrik, drehen rasende Pirouetten, halten plötzlich inne und scheinen sich zugewandt, verlieren sich wieder im Um-sich-selber-Kreisen. Assoziationen an zwirbelnde Fadenspulen werden wach, an kreisende Derwische oder klassisches Ballett, an einen morbiden Schönheitswettbewerb. Ein suggestiver elektronischer Sound begleitet das Geschehen. Die Besucher/-innen bewegen sich entlang der rotierenden Gestalten, werden selbst zu Akteuren eines imaginären Tanztheaters.
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Tut♂︎rial | 2018
Video HD mit Sound, Loop 5:14' (Ausschnitt)
Eine Sammlung von youtube-Videos, Tutorials für das virtuose E-Gitarren-Spiel - alles Männer, einer davon ist der Künstler selbst. Der individuelle Sound geht im grossen Getöse unter. Ein (selbst-) ironisches Statement zu Eitelkeit, Wettbewerb und Authentizität, zur Selbstdarstellung im Netz, zum Habitus des Künstlers.
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da will ich nach dir blicken | 2015-17
1-Kanal-Videoprojektion | HD Video, Sound, 15'20''
Religion manifestiert sich nach wie vor im öffentlichen Raum. In nüchtern fotografierten Bildausschnitten und ohne Kommentar dokumentiert das Video Kruzifixe in katholisch geprägten Regionen. Die Textzeile "da will ich nach dir blicken" ist dem Choral "O Haupt voll Blut und Wunden" entnommen.
"Faith is one of the things we try to use to control time. We immortalize people and notions, convert them into symbols of faith and then claim to own them. (…) Patrick Steffen's video is a beautiful and utterly powerful take on our fear of time and the insensitivity towards life." (Parvez Imam)
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Safari | 2012
3-Kanal-Video mit Sound, LCD-Monitoren, 3 x 3'05''
Der Saal 6 im ersten Stock des Louvre ist ein Pilgerort für Foto- und Videotouristen, das gemeinsame Bild mit der Mona Lisa ein fester Programmpunkt des Paris-Aufenthalts.
Ich pirsche mich von hinten an die fotografierenden Personen heran, fokussiere auf die leuchtenden Displays der Fotoapparate und Videokameras. In der Nachbearbeitung werden diese durch Maskieren isoliert. Übrig bleiben nervös tanzende Paris-Trophäen, gestohlene Momente.
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Haus | 2012
1-Kanal-Videoprojektioon, ohne Ton | HD Video, Loop 2'37''
Mein Elternhaus, ein typisches Schweizer Einfamilienhaus der 1970er Jahre, gefilmt mit einer alten Überwachungskamera. Lichtkegel huschen über die nächtliche Landschaft und erhellen das Gebäude für kurze Zeit. Das Video scheint zu atmen im Rhythmus des an- und ausgehenden Lichts. Die Atmosphäre ist traumartig, die Stimmung ambivalent.
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Herz | 2006
Super8-Installation, Loop
Die Super8-Projektion eines pulsierenden Herzens. Der Projektor, ein Herzschrittmacher, läuft ununterbrochen, bis zum Filmriss.
«Der Takt des Super8-Projektors setzt sich in ein Verhältnis zum vitalen Phänomen des Herzschlags. Zwei «Maschinen» liegen offen dar. So normal ist Funktionieren – aber auch so fragil. Nicht die grossen Masse und die laute Stimme zeichnen diese Arbeit aus, sondern ihre sorgfältige Anordnung, die zur präzisen Aussage gefügt ist.» (Katharina Dunst)
«Le rythme du projecteur est mis en rapport avec la pulsation du coeur. Deux "machines" qui oscillent entre fonctionnement et vulnérabilité. Ce n'est pas la grande dimension ou la voix forte qui caractérisent cette oeuvre, mais son dispositif soigneux qui aboutit à une déclaration précise.» (Katharina Dunst)
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Rundgang | 2008
Super8 Loop, 235 cm | 187 Zeichen, 26 km